Besuch im Pankok-Museum

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 IMG_8981 Die Landfrauen aus Damm-Bricht machten sich bei unbeständigem Wetter mit dem Fahrrad auf den Weg nach Drevenack. Schon kurz nach Abfahrt begann es kräftig zu regnen. Doch verzogen sich die Wolken glücklicherweise bald darauf wieder. Am Haus Esselt angekommen, warteten dort bereits die Frauen, die mit dem Auto angereist waren. Aufgeteilt in zwei Gruppen bekamen die Besucherinnen dann durch die Museumsleiterin Dagmar Schmengler und Mitarbeiter Valentin Einsicht in das  Wohnhaus der Familie Pankok, die Druckwerkstatt Otto Pankoks, sowie die aktuelle Ausstellung des Museums „Herzlichen Glückwunsch Eva Pankok“ zu Ehren des 100. Geburtstags der Tochter des Hauses, Eva Pankok. Auch Leihstücke des leider kürzlich verstorbenen Düsseldorfer Künstlers Bert Gerresheim konnten besichtigt werden.

 

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Ein besonderer Fokus lag auf den Biografien von Otto und Eva und Hulda Pankok. Otto Pankok (1893–1966) war ein bedeutender deutscher Expressionist, der in den 1930er Jahren zahlreiche Porträts von Sinti und Roma in Düsseldorf schuf – oftmals mit großer Anteilnahme und humanitärer Haltung. Viele seiner Werke wurden von den Nationalsozialisten diffamiert und als „entartet“ gebrandmarkt. Er engagierte sich früh für die Verfolgten und schuf in der frühen Nachkriegszeit einen Zyklus wie „Die Passion“ als künstlerischen Widerstand gegen Unmenschlichkeit. Auch sein Interesse für die Landwirtschaft konnte man in vielen Bildern durch zahlreiche Tiere und Illustrationen erkennen. IMG_8984 

 

Das Pankok-Museum auf dem ehemaligen Rittergut in Drevenack wurde im Jahr 2023 nach sechsjähriger Sanierung und Erweiterung neu eröffnet. Ursprünglich Otto‑Pankok‑Museum genannt, würdigt es heute nicht nur das Werk des renommierten Künstlers Otto Pankok, sondern auch das Engagement seiner ebenfalls malenden Tochter Eva. Eva Pankok (1925–2016), wuchs im Umfeld der politischen Verfolgung auf. Bereits mit 16 Jahren entschied sie sich zur Malerei und begleitete ihren Vater auf vielen Reisen, insbesondere in die Provence. Nach dem Tod ihrer Mutter und später ihres Vaters übernahm sie 1968 die Leitung des Museums und bewahrte das Werk der Familie – stets getragen von humanistischen Idealen. Eva Pankok setzte sich ihr Leben lang dafür ein, das Erbe ihres Vaters sowie die Verfolgungsgeschichte der Sinti und Roma öffentlich sichtbar zu machen. IMG_8987 

 

Die Führung durch das Museum, die Ausstellung sowie die Wohnräume der Familie beeindruckten die Gruppe. Die Landfrauen erhielten viele Hintergrundinformationen zur künstlerischen Entwicklung Otto Pankoks. Besonders bewegend war die Verbindung zwischen Kunst, Widerstand und Menschlichkeit. Im 2024 neu erschaffenen „Kaffee Ehra“ hatte das Museums-Team anschließend eine reichhaltige Kaffeetafel für die Landfrauen gedeckt.  Gut gestärkt ging es dann über Stock und Stein, bzw. Baum wieder zurück nach Damm und Bricht. IMG_8999